Hamburg, 11. Januar 2012
Der rote Lack bröckelt
Liebe Mitglieder und Gäste der MIT Hamburg,
auf diesem Weg wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Start in das neue Jahr. Lassen Sie uns weiter gemeinsam für die Interessen des Mittelstands in Hamburg arbeiten. Dass es viel zu tun gibt, haben unter anderem die beiden großen Jahresschlussveranstaltungen in Handwerkskammer und Handelskammer gezeigt.
Handwerkskammerpräsident Josef Katzer hat in seiner Jahresschlussansprache deutlich gemacht, dass nicht wahllos Gewerbeflächen für Wohnungsbau aufgegeben werden dürfen. Das Handwerk profitiert natürlich von Bauvorhaben und ist daher unverdächtig, sich gegen die Wohnungsbauoffensive des Senats zu positionieren. Aber dass die Stellungnahmen der Handwerkskammer in den nunmehr wieder rot regierten Bezirken nicht einmal zur Kenntnis genommen werden, führte bei Präsident Katzer zu der Reaktion „So kann und darf die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft nicht laufen“.
Und Handelskammerpräses Fritz Horst Melsheimer hob bei der traditionellen Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns hervor: „Zum Vorhaben des Senats, eine Investitions- und Förderbank zu schaffen, besteht unsererseits noch erheblicher Diskussionsbedarf.“ Damit spiel-te Präses Melsheimer auf das bisher nebulöse Senatsvorhaben an, die Wohnungsbaukredit-anstalt zu einer Hamburger Investitionsbank umzubauen. Dass nach derzeitigem Kenntnis-stand dabei auch die hervorragend arbeitende Innovationsstiftung geopfert werden soll, um an das Stiftungskapital von 63 Mio. Euro zu kommen, ist nur ein kritischer Aspekt. Wei-tere werden sicherlich im Rahmen der Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft am 31. Januar 2012 zur Sprache kommen.
Und der Rechnungshof zeigte Mitte Dezember in seinen sogenannten Beratenden Äußerungen deutlich, dass der neue Senat zwar den richtigen Weg eingeschlagen hat, die-sen aber viel zu zaghaft geht. Kritik zog auch der Taschenspielertrick auf sich (Fortschreibung mit höheren Planzahlen 2010 anstatt auf Basis der niedrigeren Ist-Zahlen 2010), mit dem der Senat Polster für rot eingewickelte Wahlgeschenke schafft. Die Aussage von Rechnungshofpräsident Meyer-Abich: "An der Umsetzung fehlt es aber" lässt tief blicken. Und jetzt erklärt der Senat auch noch auf eine schriftliche Anfrage meines Bürgerschafts-kollegen und MITglieds Roland Heintze, dass er das 2007 zu Unionszeiten eingeführte Schuldenverbot ab 2013 wieder aus der Landeshaushaltsordnung streichen will.
Lassen Sie uns darüber und über viele andere Dinge auf unseren Veranstaltungen austau-schen. Machen Sie MIT. Aktuelle Einladungen zu folgenden Terminen finden Sie im Anhang:
- 24. Januar 2012: Beratung von Änderungsanträgen zu den neuen Leitlinien der CDU Hamburg zusammen mit dem Landesfachausschuss Wirtschaft
- 26. Januar 2012: Besuch des neuen Hachez-Chocoversums
- 22. Februar 2012: Politischer Aschermittwoch mit dem streitbaren Oswald Metzger und seiner Fastenpredigt „Alte Feinde – Neue Verbündete?“
Ich freue mich auf ein Treffen mit Ihnen und verbleibe,
mit herzlichen Grüßen
Hjalmar Stemmann MdHB
Landesvorsitzender
P.S.: Das Konsulatsgespräch mit Honorarkonsul C.-G. Budelmann im Anglo-German-Club am 17. Januar 2012 ist ausgebucht. Eine Warteliste ist eingerichtet.